Mehrwert

Das ist Herr Meier. Herr Meier ist Bauamtsleiter in Groß-Kleinstadt. Für sein aktuelles Projekt benötigt er unseren Bebauungsplan BEPL. Doch wo ist BEPL? Er ist wie vom Erdboden verschluckt. Herrn Meier fehlt jedoch nicht nur der lokale Bebauungsplan, auch den genauen Verlauf eines angrenzenden Naturschutzgebietes muss der Bauamtsleiter für sein Projekt kennen. Herr Meier ruft also bei der Landesverwaltung an und bittet um Übersendung der aktuellen Karten. Die Sachbearbeiterin Frau Fröhlich am anderen Ende der Leitung verspricht, so schnell es geht einen Brief mit einer CD der aktuellen Kartenversion in die Post zu geben. Einige Tage später: Herr Meier hat den Brief endlich erhalten. Allerdings ist ihm in Bezug auf das Naturschutzgebiet ein Aspekt noch unklar. Also ruft er abermals in der Landesverwaltung an. Doch die Sachbearbeiterin dort ist in der Zwischenzeit krank geworden - Herrn Meiers Frage bleibt also unbeantwortet. Seufzend bleibt der Bauamtsleiter zurück: Sein Projekt muss dann wohl noch ein paar Tage warten. "Wie viel einfacher hätte ich es da mit einer Geodateninfrastruktur!", denkt sich Herr Meier. Also sammelt er die vielen Argumente, die für eine GDI sprechen - schon bald will er sie seinem Chef vortragen.

Eine GDI ist effizient

Wie wir in unserem kleinen Beispiel eben gesehen haben, kann also der Austausch dringend benötigter Geodaten ziemlich kompliziert und langwierig sein. Eine Geodateninfrastruktur, über die Verwaltungen online miteinander verbunden sind, erleichtert den verwaltungsübergreifenden Zugriff auf Geodaten erheblich.

Denken Sie zum Beispiel an die Mitarbeiterin in der Landesverwaltung, die erst das passende Kartenmaterial heraussuchen, dieses auf eine CD brennen und dann per Post verschicken musste. Solche zeitraubenden Arbeitsgänge entfallen beim Arbeiten mit einer Geodateninfrastruktur, und die Sachbearbeiterin hat mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben.

Weiterer Vorteil: Der Bauamtsleiter erhält die gewünschten Informationen sofort und direkt auf seinen PC - und zwar in digitaler Form.

Und noch etwas macht eine GDI besonders effizient: Die raumbezogenen Daten verbleiben dort, wo sie aktuell liegen. Somit bleibt jeder Fachbereich Herr über seine Daten und kann diese pflegen. Die Nutzer von Geodaten können somit rund um die Uhr aus der Ferne auf einen jederzeit aktuellen Datenbestand zugreifen.

Eine GDI kann noch mehr. Sie ...

  • vereinfacht planungstechnische Aufgaben,
  • ermöglicht unterschiedlichen Datennutzern den Zugriff auf Geodaten,
  • vereinheitlicht den Zugang zu Daten verschiedener Datenanbieter,
  • verleiht Geodaten einen höheren wirtschaftlichen Wert.

 

Eine GDI nützt allen!

Eine GDI, die raumbezogene Daten grafisch und online verfügbar macht, kann jedoch noch mehr:

Sie bringt nicht nur Vorteile für die verwaltungsübergreifende Nutzung von Geodaten mit sich, sondern stellt diese auch für externe Datennutzer bereit.

Außerdem ist eine Geodateninfrastruktur die optimale Schnittstelle zu Daten verschiedener Datenanbieter!

Und nicht zuletzt werden Geodaten mithilfe einer GDI so aufbereitet und angeboten, dass sie eine größere Nachfrage generieren und somit auch einen höheren Wert auf dem Geodatenmarkt erzielen.

Doch wer sind bei all dem die handelnden Akteure, wer also ist ein Datennutzer und wer ein Datenanbieter?

Datennutzer und -anbieter

Zu den externen Datennutzern zählen zum Beispiel Behörden, wie der städtische Energie- und Wasserversorger, oder aber die Polizei und das Amt für Umwelt.

Auch der Bürger nutzt Geodaten, beispielsweise in Form eines Stadtplans oder des Liniennetzplans der S-Bahn. Für Bauherren und Mieter sind raumbezogene Daten ebenfalls wichtig.

Und auch Unternehmen haben ein Interesse an Geodaten, etwa wenn es darum geht, einen Standort für eine neue Produktionsstätte zu finden.

Gut also für jeden Nutzer, der mittels einer GDI seine Nachfrage nach Geodaten auf einfache Weise befriedigen kann.

Geodaten werden in verschiedenen Bereichen und von verschiedenen Datenanbietern generiert. Wir können hier zwei Arten von Anbietern unterscheiden: die öffentlichen Anbieter und die privaten Anbieter.

Zu den öffentlichen Anbietern gehören der Bund, die Länder sowie die kommunale Ebene, also Landkreise, Städte und Gemeinden. Alle drei Verwaltungsebenen erfüllen Aufgaben der öffentlichen Daseinsfürsorge.

Auf Bundesebene etwa werden Daten mit militärischer Bedeutung erhoben, auch das Digitale Landbedeckungsmodell für Deutschland wird hier geführt. Die Landesebene betreibt unter anderem das "Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem, kurz (ALKIS®)" und erstellt digitale Orthofotos. Hinzu kommen die Geofachdaten aus den kommunalen Verwaltungen, also Fachdaten mit einem Raumbezug, wie zum Beispiel Bebauungspläne oder Wahlstatistiken.

Der zweite Typ von Geodatenlieferanten sind die privaten Anbieter.

Hierzu zählen Unternehmen, die Fachdaten unter anderem für Navigationssysteme, Immobilienportale, Geomarketing und Satellitenbilder anbieten.

In der Regel erheben private Anbieter eigene Geodaten, um daraus Produkte und Anwendungen zu entwickeln und diese zu vermarkten.

Alle Geodaten sämtlicher Datenanbieter zu bündeln, und allen Datennutzern den Zugriff darauf zu ermöglichen, sind die beiden zentralen Aufgaben einer Geodateninfrastruktur.

Geben und nehmen

Dies funktioniert nach dem Prinzip "Geben und nehmen". Jeder Datenanbieter und jeder Datennutzer ist innerhalb einer GDI miteinander verbunden. Jeder kann seinerseits Daten abfragen, aber auch liefern. Ingenieur- und Planungsbüros beispielsweise nutzen Daten aus unterschiedlichen Quellen, um Bauprojekte zu realisieren. Gleichzeitig generieren sie aber auch eigene Geodaten, die sie allen anderen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung stellen können. Kommunen profitieren von einem solchen Netzwerk am meisten. Da sie bei den lokalen Verwaltungsvorgängen Zugriff auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Geodaten haben, sind sie sowohl Datenanbieter als auch Datennutzer. Mithilfe einer GDI organisieren und optimieren die kommunalen Verwaltungen darüber hinaus auch ihre eigenen Arbeitsabläufe.

Der Rohstoff Geodaten und sein Wert

Überall dort, wo Angebot und Nachfrage herrschen, gibt es einen Markt - so ist es auch bei Geodaten. Man kann sagen: Geodaten sind ein wertvoller Rohstoff, den viele Nutzer zur Realisierung ihrer Vorhaben benötigen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob der Nutzer ein Bürger einer Stadt ist, der mit Hilfe einer Landkarte eine Fahrradtour plant, oder ob es sich um einen Großinvestor aus dem Ausland handelt, der sich für ein neues Gewerbegebiet interessiert.

Der Rohstoff Geodaten und sein Wert

Je besser Geodaten aufbereitet sind und je einfacher sie verfügbar gemacht werden, desto größer ist ihr Wert.

Im Gegenzug zur Wertsteigerung sinken gleichzeitig die Kosten, denn eine funktionierende GDI macht Geodaten und deren Haltung effizienter.

Mittelfristig werden sich rund um das Thema Geodaten vielfältige Geschäftsfelder entwickeln, die auch für Gemeinden, Städte und Landkreise attraktiv sein können. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein grundsätzliches Umdenken: Die Fixierung der öffentlichen Verwaltung auf die rein lokale Verwendung von Geodaten muss aufgelöst werden.